Horus-Tempel von Edfu

Der besterhaltene antike Tempel Agyptens -- ein kolossales Monument fur den Falkengott Horus.

6 AM5 PM550 EGP (foreign visitor)24.9781, 32.8734

Der Horus-Tempel von Edfu ist der am vollstandigsten erhaltene grosse Tempel Agyptens. Zwischen 237 und 57 v. Chr. wahrend der ptolemaischen Periode erbaut, war dieser gewaltige Sandsteintempel jahrhundertelang unter Wustensand und Dorfgebauden begraben, was ihn nahezu perfekt schutzte. Mit seiner 36 Meter hohen massiven Pylonfassade ist er nach Karnak der zweitgrosste Tempel Agyptens. Jede Oberflache ist mit Hieroglypheninschriften und Reliefs bedeckt, die unschatzbare Informationen uber ptolemaische Religion, Mythologie und Tempelrituale liefern.

Galerie

Narrow ambulatory corridor between carved stone walls inside the Temple of Edfu.
Sunlit papyrus columns inside the hypostyle hall of the Temple of Edfu.
Granite barque shrine in the inner sanctuary of the Temple of Edfu.
View through aligned doorways leading to the inner sanctuary of the Temple of Edfu.
Sunlit relief panel depicting ritual offerings at the Temple of Edfu.
Closeup of finely carved hieroglyphic columns on a wall of the Temple of Edfu.
Warm-lit stone gateway leading deeper into the halls of the Temple of Edfu.
Large relief of the falcon-headed god Horus on the pylon of the Temple of Edfu.
Closeup of deeply carved hieroglyphs covering a wall at the Temple of Edfu.
Relief frieze of priests making offerings carved on a wall at the Temple of Edfu.
Carved relief of a crowned Ptolemaic deity on the pylon of the Temple of Edfu.
Stone ambulatory passage lined with reliefs around the Temple of Edfu sanctuary.
Granite Horus falcon statue in the sunlit courtyard of the Temple of Edfu.
Upward view of ornate column capitals and ceiling inside the Temple of Edfu.
Sunlit colonnade walkway between carved walls at the Temple of Edfu.
Closeup of deity reliefs carved onto colonnade columns at the Temple of Edfu.
Interior facade of the colonnaded forecourt at the Temple of Edfu under blue sky.
Row of carved sandstone columns casting sharp shadows at the Temple of Edfu.
Granite Horus falcon statue guarding the pronaos entrance at the Temple of Edfu.
Sunlit relief of a crowned god carved on a column of the Temple of Edfu.
Massive first pylon facade of the Temple of Edfu against a bright blue sky.
Closeup portrait of the Horus falcon statue wearing the double crown at Edfu.
Central naos shrine illuminated inside the sanctuary of the Temple of Edfu.
Tall granite Horus falcon statue on a pedestal at the Temple of Edfu.
Golden sunset light on the exterior colonnade of the Temple of Edfu.
Front view of the towering twin pylon entrance of the Temple of Edfu.
Monumental relief of Horus carved into the Temple of Edfu pylon wall.
Ritual relief scene between columns of the pronaos at the Temple of Edfu.
Wide view of the Temple of Edfu pylon entrance with tiny visitors for scale.
Overview of the colonnaded forecourt of the Temple of Edfu in afternoon light.
Two visitors posing in front of the Temple of Edfu pylon at golden hour.
Two visitors standing on the paved plaza before the Temple of Edfu pylon.
Three travellers posing joyfully in front of the gateway at the Temple of Edfu.
Visitor reading guide notes beside a carved relief inside the Temple of Edfu.
Two visitors posing beside the Horus falcon statue at the Temple of Edfu.
Tour guide standing in front of the towering Temple of Edfu pylon.
Crowd of visitors photographing the inner hall of the Temple of Edfu.
Three travellers celebrating with raised arms before the Temple of Edfu pylon.
Couple posing on the plaza beneath the grand pylon of the Temple of Edfu.
Visitor standing in the narrow ambulatory corridor of the Temple of Edfu.
Visitor walking away down the carved ambulatory corridor at the Temple of Edfu.

Warum besuchen

Der besterhaltene antike Tempel in ganz Agypten -- nahezu vollstandig intakt
Ein kolossales Pylontor, das mit allem in Karnak konkurrieren kann
Ein wichtiger Halt auf jeder Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan

Was gibt es zu sehen

Der Grosse Pylon
Der massive, 36 Meter hohe Eingangspylon -- einer der grossten erhaltenen Tempeltore Agyptens -- dominiert den Zugangsbereich mit seiner steilen vertikalen Fassade, in die riesige Reliefs von Ptolemaios XII. eingemeisselt sind, der seine Feinde vor dem Falkengott Horus niederschlagt. Zwei prachtvolle Granitfalken-Statuen mit der Doppelkrone von Ober- und Unteragypten bewachen den Eingang, ihre polierten Oberflachen glanzend in der Sonne -- sie gehoren zu den meistfotografierten und ikonischsten Bildern der agyptischen Tempelarchitektur.
Opferhof
Ein grosser offener Innenhof, durchflutet von Sonnenlicht und umgeben von 32 eleganten Saulen mit variierenden Bluttenkapitellen -- Palmwedel, Papyrusbuundel und zusammengesetzte Muster -- die einen steinernen Wald bilden, der den klaren agyptischen Himmel einrahmt. Die Wande sind mit detailreichen Reliefs des Festes des Schonen Zusammentreffens geschmuckt -- der jahrlichen Feier, bei der die Kultstatue der Hathor von ihrem Tempel in Dendera uber 100 Kilometer nilaufwarts zu ihrem Gemahl Horus nach Edfu reiste, fur eine zweiwochige Wiedervereinigung mit aufwendigen Prozessionen, Musik, Tanz und Festmahlen.
Saulenhallen
Zwei aufeinanderfolgende Saulenhallen fuhren tiefer in den Tempel, jede dunkler und beengter als die vorherige -- eine bewusste architektonische Steigerung, die die zunehmende Heiligkeit der Raume auf dem Weg zum Wohnort des Gottes widerspiegelt. Da das Dach in Edfu vollstandig erhalten ist (anders als bei den meisten agyptischen Tempeln, wo es eingestuurzt ist), erleben Besucher diesen Ubergang genau wie die antiken Priester: vom gleissenden Sonnenlicht des Hofes in ein Zwielicht massiver Saulen und dann in nahezu vollige Dunkelheit, nur durchbrochen von schmalen Lichtschlitzen hoch in den Wanden.
Das Sanktuar (Allerheiligstes)
Die innerste Kammer -- der heiligste Raum im gesamten Tempel, den nur der Hohepriester betreten durfte -- enthalt noch immer den originalen polierten grauen Granitnaos (Schrein), der einst die goldene Kultstatue des Horus beherbergte, was ihn zu einem der vollstandigsten antiken Sankturarien Agyptens macht. Der Naos ist etwa vier Meter hoch, aus einem einzigen Steinblock gehauen, und sein leeres Inneres ist zugleich bewegend und evokativ. Eine moderne Nachbildung der heiligen Barke vor dem Naos vermittelt Besuchern einen lebhaften Eindruck davon, wie der Kult in der Praxis funktionierte.

Historische Details

Baugeschichte
Der Tempel benotigte aussergewohnliche 180 Jahre fur seine Errichtung, begonnen 237 v. Chr. unter Ptolemaios III. Euergetes und erst 57 v. Chr. unter Ptolemaios XII. Auletes -- Kleopatras Vater -- fertiggestellt, was bedeutet, dass der Tempel wahrend fast der gesamten ptolemaischen Dynastie im Bau war. Bauinschriften an den Wanden halten die Daten jeder Bauphase mit ungewohnlicher Prazision fest. Obwohl von griechischsprachigen makedonischen Herrschern erdacht und finanziert, folgt der Tempel mit akribischer Treue dem traditionellen agyptischen Tempeldesign -- eine bewusste politische Strategie: Die Ptolemaer suchten ihre Fremdherrschaft zu legitimieren, indem sie sich als ordentliche agyptische Pharaonen prasentierten.
Verschuttung und Wiederentdeckung
Nachdem Kaiser Theodosius I. 391 n. Chr. den heidnischen Gottesdienst im gesamten Reich verboten hatte, wurde der Horus-Tempel aufgegeben. In den folgenden Jahrhunderten fullte windgetragener Wustensand die Hofe und Hallen, wahrend die Stadt Edfu direkt auf dem verschutteten Tempel wuchs. Der franzosische Agyptologe Auguste Mariette begann 1860 mit der systematischen Ausgrabung. Gerade die Verschuttung, die den Tempel zu zerstoren schien, bewahrte ihn nahezu perfekt -- geschutzt vor Verwitterung, Vandalismus und Steinraub ging Edfu als der intakteste grosse Tempel Agyptens aus dem Sand hervor.

Besuchertipps

  • Nilkreuzfahrt-Passagiere besuchen den Tempel typischerweise am Morgen -- unabhangige Reisende finden nachmittags moglicherweise mehr Ruhe
  • Das Innere ist dunkel -- eine Taschenlampe hilft, die detailreichen Wandreliefs zu erkennen
  • Der Weg vom Kreuzfahrtanleger fuhrt durch eine Reihe von Handlern -- bleiben Sie freundlich, aber bestimmt
  • Die Falkenstatuen am Eingang bieten die ikonischsten Fotomotive
  • Planen Sie mindestens 1 Stunde ein, um den Tempel angemessen zu erkunden

Verwandte Denkmäler

Öffnungszeiten

6 AM5 PM

Eintrittspreis

550 EGP (foreign visitor)

Epoche

Ptolemaic Period, 237–57 BC

Erbaut von

Ptolemy III through Ptolemy XII

Standort